Richtiges Vorgehen bei Kieferschmerzen

Kieferschmerzen treten häufig als unangenehme Begleiterscheinung beim Trinken, Kauen oder Sprechen auf. Bevor nach wochenlanger Pein schließlich ein Arzt aufgesucht wird, steht meistens noch die „Eigenbehandlung“ mit Schmerzmitteln an.

Dabei sollte früh ein Spezialist kontaktiert werden, um zu einer eindeutigen Diagnose zu gelangen. Die Ursachen für Kieferschmerzen haben viele Gründe und erfordern unterschiedliche Behandlungsmethoden. Hier erfahren Sie welche.

Ursachen für Kieferschmerzen ermitteln

Kieferschmerzen betreffen in erster Linie den menschlichen Kauapparat, der sich aus den Kiefergelenken, der Kaumuskulatur, den Zähnen und dem Kieferknochen zusammensetzt.

Wenn Verletzungen, Erkrankungen, Verspannungen, Stress oder Ähnliches hierauf Einwirken, kann es zu zermürbenden Kieferschmerzen für die Betroffenen kommen. Um hier zu einem genauen Befund mit anschließend adäquater Therapie zu gelangen, sollten Sie zunächst Ihren Hausarzt aufsuchen.

Dieser wird Sie gegebenenfalls zur Weiterbehandlung an einen Facharzt überweisen. Das kann zum Beispiel bei einer Mittelohrentzündung, mit Auswirkungen auf den Kieferbereich, ein Hals- Nasen- Ohrenarzt sein. In Verbindung mit heftigem Zahnschmerz kommt als Alternative der Besuch beim Zahnarzt oder Kieferorthopäden in Betracht.

Sie sollten wissen, dass bei einem komplexen Krankheitsbild wie dem Kieferschmerz, nur eine gezielte Behandlung zu dem gewünschten Erfolg führt.

Psychische Einflüsse für Kieferschmerzen

Zu den Hauptursachen beim Kieferschmerz gehört das Zähneknirschen in der Nacht. Im Schlaf kann es zum unbewussten Verarbeiten psychisch bedingter Anspannungen kommen. Dabei werden die Kauflächen der Zähne extrem aufeinandergepresst, was wiederum die Kaumuskulatur gewaltig beansprucht.

In der Folge kommt es zu einer massiven Abnutzung der Kauflächen, mit einhergehenden Knirschgeräuschen. Ein Zahnarzt kann für solche Fälle eine Aufbissschiene anfertigen, die während des Schlafens zu tragen ist. Dadurch werden beim Knirschen und Pressen die Zähne und Kiefergelenke vor Fehl- und Überbelastung besser geschützt.

Aber auch am Tag wird das Gebiss immer wieder unverhältnismäßig kräftig aufeinandergepresst. Wir „beißen die Zähne buchstäblich zusammen“, bis wir ein Problem gelöst haben oder mit einer Aufgabe fertig sind. Für derartige Dauerpressphasen ist der Kiefer einfach nicht ausgelegt.

Die hieraus resultierende Verspannung im Kiefermuskel, kann das Öffnen des Mundes zum Gähnen, Sprechen oder Kauen zur reinsten Qual werden lassen. Mit regelmäßige Pausen und bewusstem Loslassen, in Kombination mit kleinen Entspannungsübungen, lässt sich solchen Beschwerden effektiv vorbeugen.

Verspannung durch Fehlhaltung

Bei einer tief vorgebeugten Arbeitshaltung vor dem PC, mit eingefallenen Schultern und übertrieben vor gestreckten Kinn, kann es ebenfalls zu schmerzhaften Auswirkungen auf den Kiefer kommen. Neben Hals- und Nackenverspannungen, die Kieferschmerzen mit begünstigen, wird der Unterkiefer durch eine Fehlhaltung zusätzlich nach hinten gezogen.

Hierdurch liegen Ober- und Unterkiefer nicht mehr übereinander. Die Kiefermuskulatur versucht dies, durch gegenhalten zu kompensieren, was auf Dauer zu Kieferschmerzen führen kann. Achten Sie daher auf eine aufrechte Sitzhaltung, und einen computergerechten Arbeitsplatz. Betätigen Sie sich immer wieder sportlich und vermeiden Sie unnötigen Stress.

Lockern Sie gelegentlich die Kiefermuskulatur mit kleinen Handmassagen. Mit diesen Maßnahmen können Sie verspannungsbedingten Kieferschmerzen effektiv entgegenwirken.

Krankheitsbedingte Kieferschmerzen

Bakterielle oder virale Entzündungen rufen ebenfalls unangenehme Kieferschmerzen hervor. Hierzu zählen beispielsweise Infektionen an Zahnfleisch und Zahnfleischtaschen, die schmerzhaft in Kiefer und Zahnwurzel Ausstrahlen können.

Ein kariöser Zahn, an dessen Wurzel ein Eiterherd (Fistel) besteht, kann sich über den gesamten Ober- oder Unterkiefer ausbreiten und in der Folge zu extremen Kieferschmerzen führen. Behandelt werden solche Erkrankungen vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden.

Neben gründlichen Zähneputzen sollte man als Prophylaxe zudem die regelmäßige Nutzung einer professionellen Zahnreinigung beim Zahnarzt in Anspruch nehmen.

Weitere Ursachen für Kieferschmerzen

Eine klassische Kieferfehlstellung führt ebenfalls zu Kieferschmerzen und ist nur vom Kieferorthopäden zu diagnostizieren und behandeln.

Achtung: Bei plötzlich und unerwartet auftretendem Kieferschmerz kann es sich um einen Herzinfarkt handeln. Insbesondere wenn eine Atemnot vorliegt und der Schmerz in Unterkiefer, Zunge und den linken Arm ausstrahlt. In so einem Fall ist sofort ein Notarzt über den Notruf zu verständigen.

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